Winterliche Wärmespender mit Geschichte in Mülheim 


Wenn im Februar die Tage kurz bleiben und die beliebten After-Work-Treffs wie „Schön hier“ oder der Saarner Feierabend pausieren, braucht es Orte, an denen man nach Feierabend dennoch ankommen kann – warm, gesellig, ein bisschen wie zu Hause. Zum Glück hat Mülheim an der Ruhr einige Kneipen, die nicht nur Getränke servieren, sondern eigene Geschichten erzählen. Drei davon prägen bis heute das Stadtbild und zeigen, dass Kneipenkultur hier mehr ist als ein guter Ort für ein Bier: Sie ist gelebte Gemeinschaft.

Schloßtreff 2.0 – ein Wohnzimmer für alle Generationen
Seit Juni 2025 führen Konstantina Tsiakou und ihr Onkel Christos Tsiakos den Schloßtreff 2.0 an der Schloßstraße – ein Lokal, das seit rund 20 Jahren fester Bestandteil der Mülheimer Szene ist. Die räumliche Vielfalt, das offene Konzept und der Mix aus Angeboten schaffen eine Atmosphäre, die junge Gäste genauso anspricht wie die langjährigen Stammgäste. Billard, Dart, Kicker, ein Boxautomat und zwei Geldspielgeräte sorgen für Unterhaltung, während täglich zwei Happy-Hour-Zeiten (11-12 und 16-17 Uhr) zusätzliche Anreize bieten.

Konstantina beschreibt den Treff gerne als ihr „Wohnzimmer“ – einen Ort, an dem man herzlich empfangen wird, selbst wenn der letzte Besuch erst am Vortag war. Fußball-Übertragungen, „Knaller des Monats“ (hier werden Preise für einen ganzen Monat gesenkt) und ein familiärer Umgangston machen den Schloßtreff zu einem Ort, an dem Gemeinschaft selbstverständlich ist. Geöffnet ist täglich von 10 bis 3 Uhr, am Wochenende bis 5 Uhr.

Rathsstuben – fast 60 Jahre Musik, Gespräche und gelebte Geschichte
Seit 1968 prägen die Rathsstuben an der Bahnstraße die Mülheimer Kneipenszene. Von der einstigen Altherren-Kneipe entwickelte sich das Lokal in den 70ern zu einem Treffpunkt mit Pub- und Caféhaus-Atmosphäre. Live-Konzerte, Frühschoppen und wechselnde Betreiber schufen über Jahrzehnte eine unverwechselbare Mischung, die bis heute anhält.

Seit 2003 ist Sean das Gesicht der Stuben. Billard, Kicker, Automatendarts und das beliebte Pubquiz – bei dem die Teams abwechselnd den Quizmasterstellen – ziehen ein bunt gemischtes Publikum an. Die Stammgäste reichen von Montageleuten bis zu Studierenden und Gästen des Max-Planck-Instituts.
Viele Bands nutzen den Keller als Proberaum, andere treten regelmäßig live auf. Rockmusik ist hier Kulturpflege – Hip-Hop bleibt die einzige Ausnahme.

Trotz bürokratischer Hürden, steigender Kosten und weniger Laufkundschaft bleiben die Rathsstuben ein Ort, an dem Jung und Alt zusammenfinden. Vielleicht gerade, weil der urige Charme mit dunklem Holz, Vinylplatten und der Geschichte im Rücken ein Gefühl von Kontinuität vermittelt, und das jeden Tag ab 17 Uhr, am Wochenende bis 2 Uhr in der Früh.

Landsknecht – modern und gemütlich
Am Kohlenkamp hat der Landsknecht in den letzten Jahren eine beeindruckende Verwandlung erlebt. Sergen Akgül übernahm das Lokal 2023 und entwickelte es zu einer modernen, helleren Kneipe mit viel Platz, gemütlichen Sitznischen und einer großen Theke. Im Sommer lockt draußen der Blick auf den Kirchenhügel, im Winter sorgt drinnen saisonale Deko für Stimmung. Das Publikum reicht von 18 bis 88 Jahren. Täglich geöffnet und bis 5 Uhr am Wochenende, bietet der Landsknecht alles, was man von einer klassischen Kneipe / Lounge / Bar erwartet: gute Drinks, gute Gesellschaft, gute Gespräche.

Fazit
Ob Schloßtreff 2.0, Rathsstuben oder Landsknecht – Mülheims Kneipen sind mehr als nur Ausgehmöglichkeiten in der dunklen Jahreszeit. Sie sind lebendige Treffpunkte, Orte mit Herz, mit Geschichte, mit Kultur. Und vielleicht genau das, was wir im Winter am meisten brauchen: ein bisschen Wärme – und viel Gemeinschaft.

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Mülheimer Stadtmarketing und Tourismus GmbH (MST)
Am Schloß Broich 28
45479 Mülheim an der Ruhr

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