Lesen, staunen, wachsen
Zum Internationalen Kinderbuchtag (2. April) feiern wir Geschichten von zwei Mülheimerinnen, die Kinder stark machen!
Kinderbuchautorin Lisa Bogen
Kinderbücher sind für die Mülheimerin Lisa Bogen ein Ort grenzenloser Fantasie – und genau das macht für sie den Reiz dieses Genres aus. Kinder blickten anders auf die Welt, sagt sie, und durch das Schreiben könne sie selbst immer wieder diese Perspektive einnehmen. Crime oder Herzschmerz hätten sie nie so gereizt wie Geschichten, in denen Magie, Staunen und ein spielerischer Blick auf das Leben im Mittelpunkt stehen.
Ihre Ideen entstehen überall: beim Warten, auf Ausflügen, in Gesprächen oder durch Bilder, Bücher und Filme. Die Grundidee zu „Monstäa“ kam Lisa durch ein Bild in einem kleinen Laden in Berlin. Und der Nachschub ist gesichert: Ende August erscheint ihr Bilderbuch „Bo, das kleine Brillengespenst“, weitere Geschichten liegen bereits in der Schublade. Inspiriert haben sie schon früh Bücher wie die „Gregor“-Reihe von Suzanne Collins – die auch heute noch in ihrem Bücherregal zu finden ist.
In „Monstäa“ geht es auf eine abenteuerliche Reise in die Welt der Monster. Alles beginnt im Monsterpark mit echten, wilden Monstern, von wo aus die Geschwister Konrad und Frida durch ein verborgenes Portal nach Monstäa gelangen. Dort entdecken sie eine wundersame Stadt, treffen Wesen wie Knusperknäuschen, Sorgenfänger und Donnerwetter – und merken schnell, dass die Monsterwelt in großer Gefahr ist. Gemeinsam müssen sie sie retten und dabei zeigen, wer eigentlich die wahren Monster sind.
Kinderbuchautorin Kirsten Maghon
Für die gebürtige Essenerin Kirsten Maghon ist Schreiben weit mehr als das Aneinanderreihen von Worten. Es ist ein inneres Reisen, ein Sortieren von Gedanken, ein Spiegel für Erlebtes – und manchmal auch eine Überraschung für sie selbst. Wenn sie schreibt, konstruiert sie ihre Geschichten nicht, vielmehr fließen sie spontan aus ihr heraus, oft ohne zu wissen, wohin der Weg führt. Genau so entstand auch das Ende ihres Kinderbuches „Das kleine Kamel“ – plötzlich und ganz intuitiv.
Schon als Kind schrieb sie Tagebuch, später folgten Satiren, Anekdoten, Reiseberichte und Texte für Zeitungen. Irgendwann wuchs der Wunsch, ein „richtiges Buch“ zu schreiben – mit ISBN-Nummer, das überall erhältlich ist.
Dieser Wunsch hat sich erfüllt. Dass es ein Kinderbuch geworden ist, war dabei fast selbstverständlich. Kinderliteratur begleitet Kirsten seit jeher, sie war sogar Thema ihrer ersten Examensprüfung. Besonders Astrid Lindgren habe sie mit ihren fantasievollen Welten geprägt.
Ideen für weitere Geschichten gibt es bereits. Aktuell arbeitet Kirsten Maghon gemeinsam mit Illustratorin Annika Görlitz an einem neuen Herzensprojekt: einer Abenteuergeschichte über ein Mädchen, das sich aus der Dunkelheit ins Licht kämpft. Ein Buch für Kinder ab acht – und für Erwachsene mit offenem Herzen.
„Das kleine Kamel“ erzählt von Einsamkeit, Freundschaft und innerem Frieden. In der Weite der Wüste fühlt sich das kleine Kamel verloren, bis es dem kleinen Kaktus begegnet. In einem philosophisch anmutenden Gespräch lernt es, die Wüste mit neuen Augen zu sehen und ihre Schimmer zu entdecken. So ist das Buch nicht nur für Kinder gedacht, sondern auch für Erwachsene und ihre „inneren Kinder“, die sich wieder mehr Staunen wünschen.
Buchtipp von Paul (Hilberath & Lange)
Die Spinatwachtel
von Cora Gofferjé, ISBN 978-3-86357-459-8, 32 Seiten, 12,80 €
Holly wird immer dann grün im Gesicht, wenn sie schlechte Laune hat. Blöd nur, dass das ausgerechnet während der Glückswoche im Kindergarten ständig passiert. Die anderen Kinder nennen sie deshalb Spinatwachtel, was Holly nur noch wütender macht. Zum Glück gibt es Mika. Er zeigt ihr, dass man für sein eigenes Glück selbst verantwortlich ist und dass es viele kleine Dinge gibt, die einen wieder froh machen. Wie Holly das lernt? Lasst euch die Geschichte am besten vorlesen!
Buchtipp von Nora Leringer (Bücherträume)
Wir sind nachher wieder da, wir müssen kurz nach Afrika
von Oliver Scherz, ISBN 978-3-522-18575-2, 112 Seiten, 12,99 €
Was tut man, wenn spätabends ein Elefant ans Fenster klopft? Wenn dieser Elefant aus dem Zoo ausgebrochen ist, um seine Großfamilie in Afrika zu besuchen, er aber gar nicht weiß, wo Afrika überhaupt liegt? Man packt Äpfel, Kekse und einen Globus in den Rucksack, hinterlässt einen Zettel für Mama und Papa und begleitet ihn. Genau das tun Joscha und Marie. Weit wird Afrika ja nicht sein … Eine abenteuerliche und wunderschön illustrierte Geschichte für die ganze Familie, bei der ganz viel über kleine und große Tiere, über Freundschaft und Mut gelernt wird.