Ausstellung vom 12. bis 29. Juni 2026
Eröffnung 12. Juni 2026 um 18 Uhr mit Programm
Nach Abschluss des Projektes "Der andere Blick" präsentiert die Mülheimer Ruhr Gallery (Villa Artis) eine Ausstellung, die die Ergebnisse dieser außergewöhnlichen künstlerisch-literarischen Recherche erstmals einer breiten Öffentlichkeit vorstellt.
Ein kubanischer Germanist und ein bildender Künstler begeben sich darin auf eine faszinierende Spurensuche durchs Ruhrgebiet – eine Region, die sich seit Jahrzehnten im Wandel befindet und deren Identität weit über das Klischee von Kohle, Stahl und Schornsteinen hinausreicht.
Ein Projekt zwischen Literatur, Fotografie und Feldforschung
Das Ruhrgebiet erscheint in diesem Projekt als vielschichtiger Raum voller Kontraste, Erinnerungen und neuer Perspektiven. Der andere Blick widmet sich jenen verborgenen, übersehenen und oft missverstandenen Facetten der Region:
den grünen Gärten der Vororte,
der symbolreichen Welt der Schützenvereine,
der stillen Ästhetik der Abfallwirtschaft,
der tief verankerten Fußballleidenschaft,
und der materiellen Geschichte der Industrie, eingefangen in Makro- und Mikrofotografien.
Diese fotografischen Miniaturen werden ergänzt durch Beobachtungen, Gespräche und literarische Fragmente. So entsteht ein vielschichtiges Porträt einer Region, die mehr ist als ihr industrielles Erbe – ein Versuch, das Unsichtbare sichtbar zu machen, das Banale zu poetisieren und das Alltägliche in seiner Tiefe zu begreifen.
Arbeitsweise und Recherchewege
Im Rahmen des Projekts entstand ein Arbeitsplan, der drei zentrale Schwerpunkte umfasst:
Erkundungen bedeutender Orte sowie Besuche in Museen, die das kulturelle Erbe des Ruhrgebiets widerspiegeln.
Gespräche und Interviews mit Menschen, die in der Region verwurzelt sind oder deren Lebensgeschichten sie weiterhin mit ihr verbinden.
Fotografische Streifzüge durch ausgewählte Städte und Orte – Momentaufnahmen, die Kontraste, Sammlungen und verborgene Perspektiven einfangen.
Ausstellung und Begleitprogramm
Die Ruhr Gallery (Villa Artis) wird die Ergebnisse dieses mehrmonatigen Projekts in einer vielgestaltigen Präsentation zeigen: Fotografien, Textfragmente, Notizen, Interviews und visuelle Miniaturen treten in einen Dialog und eröffnen neue Sichtachsen auf das Ruhrgebiet. Ergänzt wird die Ausstellung durch Lesungen, Künstlergespräche und thematische Rundgänge.
Die Künstler werden im Rahmen der Ausstellung in Mülheim an der Ruhr gefördert von der BROST-Stiftung und dem Mülheimer Kunstverein und Kunstförderverein Rhein-Ruhr - KKRR
Vita Arian Irsula
Arian Irsula ist ein bildender Künstler aus Havanna, Kuba. Er graduierte 2002 an der Escuela Nacional de Bellas Artes San Alejandro und 2008 am Instituto Superior de Arte (ISA), den beiden zentralen Kunsthochschulen Havannas.
Zwischen 2002 und 2012 arbeitete er für das Centro de Arte Wifredo Lam sowie für die Galerie Servando Cabrera Moreno, zwei der wichtigsten Institutionen der kubanischen Gegenwartskunst. Anschließend war er mehrere Jahre in Deutschland als Fotograf und Kunstspezialist tätig. Seit 2016 führt er das unabhängige IrsulaStudio, in dem er eigene Werke sowie Positionen seiner Generation präsentiert.
Irsula arbeitet als Maler, Bildhauer und Fotograf. Seine Werkbereiche überschneiden sich bewusst: Malerei, Skulptur und Fotografie fließen ineinander, experimentieren miteinander und öffnen neue ästhetische Räume. Seine Arbeiten verbinden das Poetische mit dem Dokumentarischen und entwickeln eine Bildsprache, die das Unbekannte sucht und neue Perspektiven auf kubanische und transnationale Lebenswelten eröffnet.
Seine Werke befinden sich in Privatsammlungen in Deutschland, Italien, der Schweiz, England, Japan und den Vereinigten Staaten.
Im Juni 2026 zeigt Arian Irsula eine neue Werkgruppe im Ruhrgebiet:
„IRSULA & IRSULA – DER ANDERE BLICK“, Ruhr Gallery / Villa Artis, Mülheim an der Ruhr.
Vernissage: 12. Juni 2026, 18 Uhr.